Förderbereiche

Die Lindenschule steht all denjenigen Kindern im Grundschulalter offen, die Förderung im Bereich Sprache/Kommunikation benötigen und deren Förderbedarf so gravierend ist, dass sie weder durch ambulante schulbegleitende Maßnahmen noch im gemeinsamen Unterricht (GU) oder in der „integrierten Eingangsphase“ in einer Grundschule adäquat gefördert werden können.

Es handelt sich hierbei in der Regel um hochgradig entwicklungsverzögerte Kinder im Bereich Sprache/Kommunikation mit den Symptomen des multiplen oder universellen Stammelns und/oder des Dysgrammatismus. Daneben finden sich früh erworbene Störungen der ausgebildeten Sprache wie Aphasie oder Dysphasie. Weiterhin sind Störungen wie Stottern, psychogene Stummheit, schwere Stimmstörungen und Sprachbehinderungen als Folge krankhafter Veränderungen der Sprechorgane vorzufinden. Bei alledem zeigen Kinder mit dem oben genannten Förderbedarf in der Regel, neben den genannten Störungen im sprachlichen Bereich, auch – mit unterschiedlicher Gewichtung -  vermehrt Auffälligkeiten in der Motorik und im  Sozial- und Lernverhalten.

Die Komplexität der Störungsbilder und deren Diagnose und Förderung verlangt einen zeitlich gedehnten schulischen Rahmen, dem eine den 4 Grundschuljahren vorangestellte Eingangsklasse mit intensiver Diagnose und Förderung in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Konzentration und Sprache (Artikulation, Wortschatz, Satzbau) nach dem Konzept psychomotorischer Förderung und sensorischer Integrationsförderung Rechnung trägt. Hier werden die Basisfunktionen aufgebaut, die (nicht nur) für einen ungestörten Lautspracherwerb grundlegend notwendig sind.

Die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache versteht sich als Durchgangsschule mit dem Ziel, die ihr anvertrauten Kinder möglichst bald rehabilitiert in die Heimatgrundschule zurückzuführen oder einen dem Förderbedarf des Kindes möglichst optimal entsprechenden anderen Förderort zu finden.

Rückschulungen oder ein Wechsel des Förderortes finden meist am Ende des 1. bzw. 2. Schuljahres statt, wenn die grundlegenden Kulturtechniken erlernt sind.

Die durchschnittliche Verweildauer eines Kindes an der Lindenschule beträgt 3 Jahre. Nur ca. 20 % der Schülerschaft besucht noch das dritte und vierte Schuljahr der Lindenschule. Danach ist ein Wechsel zur Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache – Sek.I – in Stolberg möglich, sofern im Einzelfall noch ein erheblicher Förderbedarf im Bereich Sprache/Kommunikation besteht. Ansonsten stehen den Schülern im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeiten alle weiterführenden Schulen offen.

Die Aufnahme eines Kindes in die Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache erfolgt im Rahmen der Ausbildungsordnung über die sonderpädagogische Förderung  (AO – SF). Die Einleitung des Verfahrens erfolgt durch die für den Einzugsbereich zuständige Grundschule oder über die Eltern.

Im dialogischen Prinzip erstellen Lehrer/innen der Grundschule und Förderschule unter Einbeziehung/Beteiligung der Eltern ein Gutachten, wobei die Diagnose relevanter Fachleute und Institutionen, wie u.a. Schulärzte, Fachärzte, Schulpsychologen, Logopäden, audiologischem Zentrum, SPZ, Klinikum der RWTH usw. einbezogen werden, dass mit einem Vorschlag über den zukünftigen Förderort abschließt. Die untere Schulaufsicht entscheidet daraufhin über den bestmöglichen Förderort.